Wertschätzung – Begegnung auf Augenhöhe!

In vielen modernen Konzepten der Unternehmensführung ist der Begriff Wertschätzung heute nicht mehr wegzudenken. Und wenn wir uns die Angebote auf dem Markt der „Persönlichkeitsentwicklung“ ansehen, werden wir auch immer wieder auf den Begriff der Wertschätzung stoßen.

Aber was genau ist Wertschätzung eigentlich?

Zunächst ist Wertschätzung ein zentrales Bedürfnis von fast allen Menschen. Gegebene und empfangene Wertschätzung tragen bei den meisten Menschen erheblich zur Stärkung des Selbstwertes bei. Wertschätzung wirkt lebensbereichernd.

Für mich persönlich, gibt es zwei Ebenen/Dimensionen der Wertschätzung.

  1. Wertschätzung als Grundhaltung

Mit einer wertschätzenden Grundhaltung, zeige ich anderen Menschen und mir selbst gegenüber Achtung, Wohlwollen, Zugewandheit, Interesse am Menschen und Aufmerksamkeit. Dem Menschen begegne ich in einer wertschätzenden Grundhaltung, wenn ich ihm als Ganzes, unabhängig von seinen Taten oder Leistungen begegne.

Formen einer wertschätzenden Grundhaltung wären z.B. eine respektvolle Kommunikation, auf die Bedürfnisse der anderen Person eingehen, Vertrauen schenken oder sich für die andere Person oder für sich selbst Zeit zu nehmen.

  1. Wertschätzung als Ausdruck von Dankbarkeit

Häufig wird Wertschätzung mit Lob oder Belohnung  gleichgesetzt; dies trifft m.E. nicht zu.

Wertschätzung ist kein Lob und keine Belohnung!

Während ich beim Lob oder der Belohnung über den anderen urteile und ihm mitteile, ob er/sie eine Belohnung/ein Lob verdient hat, teile ich meinem Gegenüber oder mir selbst bei der Wertschätzung mit, wie die andere Person oder ich selbst zur Erfüllung meiner Bedürfnisse und somit zur Bereicherung meines Lebens beigetragen hat. Da, wissenschaftlich nachgewiesen, rund 95% aller Menschen gerne freiwillig zur Bereicherung des Lebens anderer Menschen beitragen, trägt die ausgesprochene Wertschätzung dazu bei, dass die andere Person genau weiß, dass und wie sie zur Bereicherung meines Lebens beigetragen hat.

Hier ein kleines Beispiel:

Knut hat Eva bei ihrem Umzug unterstützt. Nun möchte Eva sich bei Knut bedanken:

Lob/Belohnung: „Knut du bist super kräftig und ein toller Typ, dafür hast du dir ein dickes Lob verdient.“

Wertschätzung:
„Knut, vielen Dank, dass du mich bei meinem Umzug unterstützt hast. Das war wirklich eine riesige Unterstützung für mich und zudem hat es meine Bedürfnisse nach Gemeinschaft und Kooperation erfüllt. Das war wirklich eine große Hilfe und Bereicherung für mich!“ 

Im Gegensatz zum Lob/zur Belohnung urteilen wir bei der Wertschätzung nicht über die andere Person, wie zum Beispiel „Das hast du dir jetzt verdient!“ oder „Du machst das suuuuuuper!“, sondern begegnen der anderen Person authentisch und auf Augenhöhe, indem wir ihr mitteilen, wie unser Leben gerade durch die andere Person bereichert wurde.

Wertschätzung kannst du nicht nur anderen Menschen geben, sondern auch dem wichtigsten Menschen in deinem Leben – dir selbst!
Was hast du in den letzten Tagen gemacht? Welche Bedürfnisse hast du dir dabei erfüllt? Wie fühlst du dich gerade, wenn du an diese erfüllten Bedürfnisse denkst?

Probiere es doch einfach mal aus und erlebe den Zauber der Wertschätzung!